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Wasser auf dem Mars


 

Rinnsale auf dem Mars

Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona


 

Die Aufnahmen der NASA-Sonde >>Mars Reconnaissance Orbiter<< (MRO) liefern eine Sensation: Während der wärmeren Marsmonate gibt es wahrscheinlich fließendes Wasser auf dem Roten Planeten.
 

>>Das Forschungsprogramm der NASA bringt uns einer Antwort auf die Frage, ob es auf dem Mars Leben geben kann, immer näher<<, sagt NASA-Chef Charles Bolden. >>Die Entdeckung bestätigt erneut, dass der Mars ein wichtiges Ziel auch für zukünftige bemannte Forschungsmissionen ist.<<

Es sind dunkle, fingerartige Linien, die sich im späten Frühling und während des Sommers auf dem Mars an Abhängen bilden und nach und nach immer länger werden. Im Winter verschwinden sie dann wieder, um im Frühling erneut zu erscheinen. Wiederholte Beobachtung dieses zyklisch wiederkehrenden Phänomens in den mittleren Breitengraden der südlichen Marshemisphäre sind für die NASA-Forscher ein deutlicher Hinweise darauf, dass es sich im Rinnsale flüssigen Wassers handelt.



Embedded video from
NASA Jet Propulsion Laboratory California Institute of Technology

 


Dieses Wasser, so vermuten die Forscher, ist wahrscheinlich ähnlich salzhaltig wie das Wasser der irdischen Ozeane - ein Umstand, der den Gefrierpunkt des Wassers absenkt, und es so möglich macht, dass Wasser in den Frühlings- und Sommermonaten auch unmittelbar unter der Oberfläche flüssig bleibt.

>>Diese dunklen Linien unterscheiden sich von anderen ähnlichen Strukturen, die an anderen Orten des Mars gefunden wurden und ebenfalls zunächst für Wasserrinnsale gehalten wurden, dann aber auch alternativ, etwa durch Erdrutschungen, erklärt werden konnten<<, so der MRO-Projektwissenschaftler Richard Zurek von >>Jet Propulsion Laboratory<< (JPL) der NASA in Pasadena. >>Wiederholte Beobachtungen zeigen, dass sie sich immer weiter hangabwärts entwickeln, je wärmer es auf dem Mars wird.<<

Die Linien selbst sind nur 1 bis 10 Zentimeter breit, reichen aber zusehends mehrere hundert Meter die Marshänge hinab. Damit ist ihre Breite deutlich kleiner als bisherige Rinnen, doch finden sich an einigen Hängen gleich mehre hundert davon. Während sie in den wärmeren Breitengraden des Roten Planeten recht häufig vorkommen, sucht man sie in den kälteren Regionen vergebens. Auch das ist für die Forscher ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich hier tatsächlich um fließendes Wasser und nicht um Erdrutschungen handelt. Für die Erklärung, dass es sich, wie in anderen Fällen, um Erdrutschungen infolge des Auftauens von Kohlendioxideis handelt, sind die Regionen, in welchen sich die Strukturen bilden, zu warm.

Merkwürdig ist allerdings, dass das Spektrometer an Bord der Sonde keine Anzeichen von Wasser in und an den Rinnsalen finden konnte. Offenbar, so schlussfolgern die NASA-Wissenschaftler, versickere das Wasser unmittelbar nach dem Austreten wieder oder könnte sich im Untergrund weiter fortsetzten. >>Diese Linien sind also nicht deswegen so dunkel, weil sie nass sind. Für die Verfärbung muss es eine andere Erklärung geben.<< Möglicherweise könnte durch den Ablauf des Wassers das Oberflächenmaterial neu angeordnet werden und so die dunklen Rinnen entstehen lassen. Warum die Linien dann in den kälteren Marsmonaten wieder verschwinden, ist noch ein Rätsel.

Während frühere Missionen bereits Wassereis auf dem Roten Planeten nachgewiesen haben, sollen nun weitere Untersuchungen der Strukturen Informationen über die Herkunft der Rinnen bringen. Sollte sich die Vermutung der Forscher bestätigen, wäre dies der erste Nachweis, dass auf dem Mars Wasser fließt.